Licht ohne Schatten? Gibt's nicht.
Mein Name ist Can Aslan. Hinter der Kamera stehe ich schon länger, als mir manchmal lieb ist – und hinter LIONART steckt eine Idee, die ich viel zu lange auf die lange Bank geschoben hab. Aber dazu später.
Erstmal was Ehrliches: Wenn ich durch meinen Feed scrolle – und ich mach das ehrlich gesagt zu oft – dann frag ich mich immer öfter, warum eigentlich fast alles gleich aussieht. Alles weich, alles hell, alles so... nett. Nichts hängt. Nichts beißt sich fest. Du scrollst, du vergisst, du scrollst weiter. Das ist kein Vorwurf, eher so ein Grübeln laut ausgesprochen. Irgendwas fehlt da doch.
Meine Geschichte mit der Kamera? Die fängt in der Kindheit an – mit dem Familiengerät meiner Eltern, das ich mir unter den Nagel gerissen hab. Ich sag's mal so: sie haben's mir nie wirklich vergeben. Das Teil hat die Begegnung mit mir nicht überlebt. Den echten Kick aber, den hab ich erst Jahre später gespürt. In der Schule in Iserlohn, als mir eine Klassenkameradin ihre Kamera ausgeliehen hat. Sechs Monate. Klingt wenig, war aber irgendwie alles. Danach war mir klar, dass ich das brauchte – nicht so ein "wäre schön"-Brauchen, sondern dieses knurrige, ernsthafte Brauchen. Also EOS 600D gekauft und zehn Jahre lang Hobby daraus gemacht.
Und dann kam dieser Moment, den ich schwer in Worte fassen kann. Ich hab angefangen, Licht zu sehen. Nicht das normale "oh, hübscher Sonnenuntergang"-Sehen. Ich meine wirklich sehen, wie Licht fällt. Wo Schatten landen. Was entsteht, wenn hartes Sonnenlicht auf eine Wangenknochen trifft. Ab diesem Punkt hab ich die Welt buchstäblich anders wahrgenommen. Klingt überdramatisch? Ist es vielleicht. Aber genau so war's.
Den Schritt in die Selbstständigkeit hab ich, und das geb ich freimütig zu, viel zu lange vor mir hergeschoben. Irgendwann kommt der richtige Zeitpunkt, hab ich mir gedacht. Und dann: nochmal abwarten. Und dann nochmal. Bis mir irgendwann aufgegangen ist, dass diesen perfekten Zeitpunkt niemand ausruft. Den gibt's schlicht nicht. Also hab ich 2026 beschlossen, aufzuhören zu warten und einfach anzufangen.
Was ich mache? Portrait. Branding. Fashion. Aber ohne dieses Konfektionsgefühl, das man so schnell rausschmeckt.
Mein Ding ist der Kontrast. Hartes Licht, tiefe Schatten, bewusst gesetzt. Die meisten Fotografen, ich hab's selbst erlebt in Workshops und Gesprächen, machen einen weiten Bogen um direktes Sonnenlicht. Zu grell, zu unkontrollierbar, zu riskant. Ich seh das komplett umgekehrt. Genau da, in dieser Härte, steckt die Energie. Genau da wird ein Bild lebendig.
Menschen sind auch nicht ohne Kontrast. Stärke und Verletzlichkeit, Selbstsicherheit und Zweifel – manchmal im selben Gesicht, im selben Moment. Mit meiner Art zu beleuchten versuche ich genau das sichtbar zu machen, was hinter der Oberfläche ist. Dazu kommt ein eigenes Colorgrading, das ich über Jahre entwickelt hab. Erkennbar. Stimmungsstark. Nicht für jeden – und das ist, ehrlich gesagt, genau der Punkt.
Jetzt muss ich kurz was sagen über das typische Fotoshooting-Erlebnis, das die meisten kennen.
Dieses steife "Kinn runter, Schulter grade, jetzt lächeln, festhalten" – das macht doch keinen Spaß, weder für den Fotografen noch für den Menschen vor der Linse. Meine Kunden sind keine Models. Die meisten stehen selten vor einer Kamera. Und das merkt man, wenn man verkrampft posiert – das merkt man sofort. Deswegen arbeite ich aus der Bewegung heraus. Echte Aufgaben, echte Interaktion, echte Ablenkungen. Und dann passiert eben das: echte Bilder. Wie genau? Das verrate ich hier nicht alles. Lass mich so sagen: Es funktioniert.
Vorher schaue ich mir immer an, wie jemand aktuell online aufgestellt ist. Wo hängt's, was fehlt, was stimmt nicht. Das gilt für Einzelunternehmer genauso wie für mittelständische Kanzleien. Ein gutes Bild muss schließlich für sein Geld arbeiten. Nicht nur nett aussehen.
Was ich nicht bin, damit wir uns kennen: kein Schnellschuss-Studio. Kein Massenabfertiger. Und kein KI-Fotograf – das klingt vielleicht wie eine Selbstverständlichkeit, ist es aber grad nicht mehr. In einer Zeit, wo Bilder en masse generiert werden und alles irgendwie nach nichts aussieht, ist das für mich ein echtes Qualitätsmerkmal. Was ich tue, kann keine KI replizieren. Echte Menschen, echte Emotionen, echter Moment. Das sieht man. Das fühlt man.
Woher die Ausdauer kommt? Gute Frage, die mir öfter gestellt wird als man denkt.
Wahrscheinlich vom Rennrad. Wer mal 200 Kilometer am Stück gefahren ist, kennt diesen Zustand, wo die Oberschenkel längst aufgehört haben, anständig zu funktionieren, aber man trotzdem weitermacht. Stumpf. Fokussiert. Ziel im Blick. Das andere Ventil ist Bogenschießen. Zielen, atmen, loslassen. Treffer oder nicht. Kein Dazwischen. Genau diese Haltung, ich nenn's einfach hartnäckige Disziplin, nehme ich mit in jedes Shooting. Erst wenn der Shot sitzt, pack ich das Equipment ein. Vorher nicht.
Ich bin hier im Ruhrgebiet. Hagen, Dortmund, die Gegend halt. Und hier weiß man, dass Kanten keine Fehler sind – sie sind das Echteste, was ein Mensch hat.
Brauchen Sie Bilder, die wirklich nach Ihnen aussehen? Content, der bleibt? Dann reden wir.